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Um die Jahrhundertwende praktiziert ein erfahrener Bader in der bayrischen Provinz. Er hat sein Behandlungszimmer im Nebenzimmer einer Gastwirtschaft eingerichtet. Die Zusammenarbeit könnte nicht vorteilhafter sein, da die wartenden Patienten derweil in der Gaststube einkehren. Doch die Harmonie währt nicht lange, da der Wirtssohn im Begriff ist, sein Medizinstudium abzuschließen und dem alten Bader den Lebensunterhalt streitig zu machen.

Als der Sohn des Wirts eines Tages zu Besuch nach Hause kommt, beschließt der Bader dem jungen angehenden Arzt sein Refugium nicht kampflos zu überlassen. Er erklärt ihm den „Baderkriag“ und in seiner aussichtslosen Situation erkennt der Bader, dass sein Kontrahent ein Geheimnis verbirgt…

Bericht aus dem Mangfall-Boten vom 16.12.2023

Edelweißverein Bad Feilnbach begeistert zum Jubiläum mit Komödie „Da Baderkrieg“

Bad Feilnbach – Ein schwelender „Baderkrieg“ hat in Bad Feilnbach für eine gehörige Portion Spaß und Unterhaltung gesorgt. Der Edelweißverein Bad Feilnbach feierte mit der Komödie „Da Baderkrieg“ den Höhepunkt seines 125-jährigen Bestehens und landete damit einen Volltreffer. Alle Aufführungen im Heimgartensaal waren restlos ausverkauft und die Zuschauer, geplagt von schwielenbedeckten Händen durch anhaltenden Applaus, lobten das Stück als perfektes Mittel gegen den ernsten Alltag.

Gelungene Besetzung und tolle Atmosphäre

Ein gefragter Zeitgenosse im Ort ist der Bader (Martin Stadler, rechts), der nicht nur als Barbier tätig ist, sondern dem Hias (Johann Obermeier, links) auch vom eingetretenen Hufnagel befreit.

Die Komödie in drei Akten stammt von Martin Gasteiger und dem Vorsitzenden der Feilnbegga Theaterer, Markus Scheble, die auch die Regie führten. Durch die gelungene Rollenbesetzung und das schauspielerische Talent der Laienspieler wurde eine Atmosphäre geschaffen, in der die Zuschauer ihre Alltagssorgen vergessen konnten. Die Handlung des Stückes ist im Jahr 1890 in einer bayerischen Provinz angesiedelt. Dort praktiziert ein „Bader“ als Barbier, Haar- und Bartschneider sowie als Wundarzt und Aderlasser. Sein Behandlungszimmer befindet sich im Nebenraum einer Gastwirtschaft, was sowohl ihm als auch dem Gastwirt Kunden bringt.

Diese Harmonie sollte jedoch enden, wenn der Sohn des Wirts sein Medizinstudium beendet hat und plant, die Gaststätte in eine Praxis umzuwandeln. Der Bader sieht seine Existenz gefährdet und erklärt den „Baderkrieg“ gegen den jungen Mediziner. Jedoch wird schnell klar, dass der junge Mann weder das Blut noch die medizinischen Herausforderungen ertragen kann. Zudem hegt er selbst den Wunsch, Gastwirt zu werden, was zu weiteren Verwicklungen führt.

In den Hauptrollen überzeugten Martin Stadler als „Bader“, Hubert Dostthaler als „Wirt“ und Vitus Reger junior als „Toni“, der Wirtssohn. Auch die übrigen Ensemblemitglieder, darunter Johanna Seebacher als Bedienung „Burgl“, Johann Obermeier als Schmied „Hias“, Hans Meyer als Patient „Irgel“ mit Furunkel am Sitzfleisch, Wast Kolb als „Bräu“ und Stephanie Dostthaler als hochschwangere Tochter und Tonis Freundin „Leni“ trugen mit ihren Darbietungen maßgeblich zum Erfolg bei.

Massage für die Lachmuskeln

Die hervorragende Laune der Zuschauer heizten die durch Laudanum berauschten Kotzenriederschwestern „Resi“ (Elisabeth Dostthaler) und „Mare“ (Gertrud Huber), ebenso wie der kaum zu verstehende „Hausl“ (Stephan Müller) zusätzlich an. Die Aufführungen des Stückes boten eine willkommene Abwechslung zu den Nachrichten über Katastrophen und die zunehmende Ernsthaftigkeit und Humorlosigkeit in der Welt.

Das Publikum dankte es den Darstellern mit begeistertem Beifall und der ein oder andere verließ den Saal sicherlich mit einem Lächeln im Gesicht.

Text: Peter Strim | Fotos: Konrad Kriechbaumer

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